[Kempo] [Dshero Khan] [Shaolin Kempo]

 
Ken (jap.) oder Quan (chin.) = Faust

 

 
Hô (jap.) oder Fa (chin.) = Methode, Gesetz

 

Man würde also, wie aufmerksame Leser oben sehen können, eigentlich Kenpô (ken + hô = kenpô) und nicht Kempo schreiben. Kempo ist eine Interpretation, die sich vor langer Zeit festgesetzt hat: Im Japanischen gibt es keine Silbenendung "m". Der einzig mögliche Konsonant als Silbenendung ist das "n". Wenn jedoch der nächste Laut mit geschlossenem Mund ausgesprochen wird, klingt das "n" wie ein "m". So fällt es uns Europäern leichter, das Wort auszusprechen. Im Amerikanischen ist eher Kenpo üblich.
Kempo? Das hab ich doch schon mal irgendwo gelesen ... ? Ja richtig: Im Buchladen: Eins der wenigen Budobücher, die den Weg in den Buchhandel gefunden haben, ist schon fast so etwas wie ein Standardwerk für Kampfkunst-Einsteiger: Kempo - Die Kunst des Kampfes von Aleksander Dolin. Doch seine Definition ist nicht ganz richtig, denn er nutzt das Wort als universalen Überbegriff verschiedenster Kampfsysteme (vergleichbar mit Begriffen wie Kung Fu, Wushu, Budo und so weiter). Bis zu einem gewissen Punkt ist das durchaus richtig, aber nur für waffenlose japanisch-okinawische Systeme, die ihren Ursprung in China haben. Darüber hinaus ist Kempo oft eine spezifische Bezeichnung, wie Ryu Kyu Kempo, Shorinji Kempo, American Kempo-Karate, etc.
Der Begriff setzt sich aus zwei Worten zusammen: Ken = Faust und hô = Methode. Kenpô sind zu deutsch also Faustmethoden. Viele halten an der leicht pathetischen Interpretation "Gesetz der Faust" fest, aber diese erscheint aufgrund der pragmatischen Vergangenheit eher überzogen. Kempo ist die japanische Leseweise des chinesischen Wortes Quanfa. Der gleiche Oberbegriff wird auch in anderen ostasiatischen Ländern genutzt: Kuntow in Indonesien, Kwònbòb in Korea, Quyen thuat in Vietnam und so weiter und so fort.